Papst kritisiert Leugnung christlicher Wurzeln Europas

KNA 12.04.2011
Vatikanstadt (KNA) Papst Benedikt XVI. hat sich erneut gegen eine Ausblendung der christlichen Tradition Europas gewandt. „Verdrießliche Stimmen“ leugneten mit „erstaunlicher Regelmäßigkeit“ die christlichen Wurzeln Europas, betonte der Papst am Montag beim Antrittsbesuch des neuen kroatischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Filip Vucak. Es gehöre mittlerweile „zum guten Ton“, historische Tatsachen zu vergessen oder zu verleugnen. Die Behauptung, dieser Kontinent habe keine christlichen Wurzeln, sei jedoch ebenso abwegig wie die Aussage, ein Mensch könne ohne Sauerstoff und Nahrung leben.
Zugleich bekundete Benedikt XVI. „tief empfundene Freude“ auf seinen Kroatien-Besuch Anfang Juni. Der Papst begrüßte die EU-Beitrittsverhandlungen Kroatiens. Das Land könne Europa durch seine kulturelle und religiöse Identität bereichern. Kroatien wird voraussichtlich noch in diesem Jahr die 2005 eröffneten Beitrittsverhandlungen mit der EU-Kommission abschließen; zuletzt gerieten sie jedoch ins Stocken. Mit einem Beitritt wird bis 2013 gerechnet. Ferner lobte Benedikt XVI. das Eintreten der kroatischen Regierung für die Rechte der in Bosnien-Herzegowina lebenden Kroaten sowie ein friedliches Zusammenleben zwischen den Volksgruppen.
Weiter warnte der Papst vor einer Einebnung kultureller und religiöser Unterschiede innerhalb der EU. Die EU sei mehr als ein wirtschaftliches und rechtliches „System“, an das sich die Mitgliedstaaten anpassen müssten. Den Versuch, die eigene Identität zu verleugnen, um eine andere anzunehmen, die unter gänzlich anderen Voraussetzungen entstanden sei, bezeichnete er als „illusorisch“. Vielmehr gelte es, die jeweiligen kulturellen und religiösen Traditionen zu verteidigen, insbesondere vor einer falsch verstandenen religiösen Freiheit. Auch der Schutz der Familie müsse gewährleistet bleiben. Der neue Botschafter Filip Vucak (59) trat 1992 in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. Zuletzt leitete er die Abteilung Mittel- und Osteuropa im Außenministerium in Zagreb.
(KNA - llkoll-BD-1337.38GE-1)

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