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  Einleitung

Zur Zeit leben etwa 3 Millionen Muslime, Menschen islamischen Glaubens, in der Bundesrepublik Deutschland. Das sind mehr als 3% der Gesamtbevölkerung. Diese starke islamische Präsenz ist in Deutschland neu, und sie beruht vor allem darauf, dass die deutsche Industrie während der hiesigen Wirtschaftsblüte Menschen in den Anrainerstaaten des Mittelmeers einlud, in unserem Land zu arbeiten.

 

So kamen in den sechziger und siebziger Jahren zahlreiche in ihrer Heimat angeworbene Arbeiter islamischen Glaubens in die Bundesrepublik Deutschland und holten im Lauf der Zeit ihre Ehefrauen oder Familien nach. Daneben reisten kleinere Gruppen muslimischer Studenten zum Studium ein, und seit einigen Jahren hält sich hier auch eine große Zahl muslimischer Asylbewerber und Flüchtlinge aus verschiedenen Krisengebieten der Welt mit der Bitte um Hilfe auf.

 

Wohl von Dauer wird die Präsenz des Islams in der Bundesrepublik sein. Das allein, weil die meisten Kinder und Jugendlichen der zweiten und dritten Einwanderergeneration hier geboren sind, hier aufwachsen und Deutschland zur Heimat haben. Das Land, aus dem ihre Eltern oder sogar Großeltern stammen, ist für sie eine fremde Welt.

 

Nun wählen in der Bundesrepublik immer häufiger Menschen islamischen Glaubens einen Lebenspartner katholischen Bekenntnisses und möchten eine katholischislamische Ehe schließen. Damit kann es Probleme geben. Denn wenn junge Menschen verschiedener kultureller Herkunft hierzulande auch gemeinsam in Schule und Freizeit aufwachsen, bleiben sie doch je nach Stärke ihrer Bindung den ererbten Vorstellungen von Ehe und Familie verhaftet und verpflichtet.

 

Die islamische und die katholische Anschauung von Ehe und Familie entsprechen sich zwar in mancher Hinsicht, zeigen aber auch wesentliche Unterschiede. Die sollte das katholisch-islamische Brautpaar schon vor der Hochzeit kennen, um seine Zukunft gemeinsam planen und gestalten zu können.

 

Unsere Handreichung will künftigen katholisch-islamischen Eheleuten helfen,die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im katholischen und islamischen Eheverständnis und -recht kennen zu lernen, um Entscheidungsgrundlagen gewinnen und zwischen Handlungsmöglichkeiten wählen zu können. Die Darstellung soll auch den Seelsorgern helfen, an die sich katholisch-islamische Paare, die heiraten möchten, mit der Bitte wenden, dass die katholische Kirche ihre Eheschließung akzeptiere, schütze und segne.

 

Weil die islamische Religion vielen Menschen fremd ist, umreißt das erste Kapitel Entstehung, wesentliche Glaubensinhalte und -praktiken des Islams. Die beiden anschließenden Kapitel beleuchten das islamische und das katholische Verständnis von der Ehe. Das dann folgende Kapitel gibt Ratschläge zur bestmöglichen Vorbereitung einer katholisch-islamischen Eheschließung und -führung,weist aber auch auf deren mögliche Probleme hin.

 

Im Geist des Dialogs der Religionen ist diese Handreichung geschrieben worden. Dieser Dialog – gerade mit dem Islam – ist vom II. Vatikanischen Konzil der katholischen Kirche grundgelegt und – noch unter anderen Benennungen – eingefordert, seine Idee dann in vatikanischen Texten überdacht und entfaltet worden(1). Er mag in einer katholisch-islamischen Ehe auf die fruchtbarsten Voraussetzungen und besten Chancen treffen.

 

Die theologische Reflexion der katholischen Kirche muss sich in Einstellung und Lebenspraxis spiegeln – soll sie nicht verkümmern, sondern aufblühen und Früchte tragen.

 

(1) siehe hierzu unseren Überblick am Schluss des Anhangs, 3.

 

 

Zum nächsten Kapitel: Islam: Glaube und Leben

 

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Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung beim Erzbischöflichen Generalvikariat Köln, Hauptabteilung Seelsorge als Herausgeber der Schrift "Katholisch-islamische Ehen. Eine Handreichung. 3. überarb. Aufl. 2006."

 

 

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