Anhang: Mustertexte für die Liturgie bei der katholisch-islamischen Ehe

Begrüßung
Liebes Brautpaar, liebe Verwandte und Freunde!
Ganz herzlich begrüße ich Sie heute in unserer Pfarrkirche. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Entscheidung, in unserer Kirche vor Gott einander Achtung und Treue für ein ganzes Leben zu versprechen. Besonders heiße ich den Bräutigam/die Braut islamischen Glaubens und seine/ihre Verwandten und Freunde willkommen.
Wir alle, Christen und Muslime, gehören zur großen Gemeinschaft der Menschen, die an den einen Gott glauben und sich auf ihrem Lebensweg nach dem Willen Gottes richten wollen.
Auf diesem Weg können wir, Christen und Muslime, einander begleiten und helfen, können uns gemeinsam anstrengen, Gottes Schöpfung zu achten und seine zum Wohl aller Menschen erlassenen Gebote zu befolgen. Eine große Chance, dies gemeinsam zu tun, ist eine katholischislamische Ehe.
Die Ehe ist der Anfang eines gemeinsamen Lebenswegs, der täglich neu gefunden werden muss. Sie, liebes Brautpaar, bringen dazu Ihre Religion mit: den Islam und das katholische Christentum. Jeder von Ihnen beiden hat in seiner Religion seinen Wegweiser. Ihre beiden Wegweiser mögen – so bitte ich Gott – immer in dieselbe Richtung zeigen.
Möge Gott Ihnen die Kraft und den Mut schenken, den gemeinsamen Weg immer in Liebe zu gehen. Miteinander wollen wir Gott um Hilfe für Sie beide bitten.
Fürbitten
(Z = Zelebrant, L = Lektor, A = alle)
Z: Gott, unser Herr, zu dir beten wir für diese Brautleute, die im Vertrauen auf dich den Bund der Ehe geschlossen haben:
L: Beschütze das Leben dieser Brautleute.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
L: Lass sie allzeit in Liebe und Treue einander zugetan bleiben.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
L: Erfülle ihre Hoffnung und schenke ihnen gesunde Kinder.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
L: Hilf allen Ehepaaren, die hier anwesend sind, eine gute Ehe zu führen.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
L: Schenke den verstorbenen Angehörigen dieser Brautleute das ewige Leben.
A: Wir bitten dich, erhöre uns.
Z: Allmächtiger Gott, lass die Ehe dieser Brautleute zum Zeichen deines Bundes mit den Menschen werden. Erweise auch diesen Brautleuten deine Treue und Barmherzigkeit.
A: Amen.
Segnung der Neuvermählten
Lasst uns, Brüder und Schwestern, Gott um seinen Segen bitten für dieses Brautpaar, damit er ihnen immer seine Hilfe gewähre.
Gott, du Schöpfer der ganzen Welt, du hast Mann und Frau geschaffen und ihnen ihre Gemeinschaft geschenkt.
Wir bitten dich für dieses Brautpaar:
Gewähre ihnen, o Herr, die Fülle deines Segens, damit ihre Liebe reife und sie beide in Treue miteinander glücklich werden.
Segne deine Dienerin N. und mache sie zu einer guten Frau (und Mutter). Schenke ihr Liebenswürdigkeit und Weisheit, Geduld und Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
Segne deinen Diener N., auf dass er ein guter Ehemann (und Vater) und den Seinen ein Vorbild sei. Lass seine Arbeit Frucht bringen, und steh ihm bei in der Sorge für seine Familie.
Beide mögen in frohen Tagen dich loben, in schweren bei dir Hilfe suchen, bei all ihrem Tun und besonders in der Not deine Hilfe erfahren, in der Gemeinschaft der Gläubigen dich preisen und in der Welt deine Zeugen sein.
Lass sie in Gesundheit ein hohes Alter erreichen und mit ihren Kindern, Verwandten und Freunden ins Paradies gelangen.
Ansprache
Liebes Brautpaar, liebe Verwandte und Gäste!
Gott ist größer als alles,was wir kennen. Und so können wir Gott nicht fassen, nicht ganz und gar begreifen. Sehen und spüren aber können wir sein Wirken. Erkennen können wir seine Gaben an uns Menschen.
Gott hat die Welt erschaffen und in ihr Mann und Frau, mit gleichem Wert. Mann und Frau hat er einander zum Geschenk gegeben und ihnen die Fähigkeit zur Liebe verliehen.
Gott hat den Menschen, Mann und Frau, Verantwortung, Aufgaben in seiner Schöpfung übergeben. Gott lässt sie teilhaben an seiner Sorge um die Schöpfung. Gott lässt den Mann und die Schöpfung sogar fortführen: Er hat ihnen die Möglichkeit geschenkt, Kinder hervorzubringen.
Gott hat die Menschen dazu begabt, einander die Kostbarkeiten ihres Glaubens mitzuteilen. So können wir in anderen Religionen Perlen finden, die uns helfen, den Willen Gottes und sein Wirken noch besser zu erkennen.
Gott ist es, der uns Menschen die Freude schenkt, die Fülle des Lebens zu entdecken. Die von Gott gewollte Fülle des Lebens müssen wir als Geschenk anerkennen und müssen daher lernen, uns mit Menschen anderen Glaubens zu freuen, sie zu achten und zu lieben.
Gott hat uns Menschen die Freiheit des Denkens und Handelns geschenkt. Aber auch Gebote hat er uns gegeben, um den richtigen Weg unseres Lebens erkennen zu können. Liebe zwischen Mann und Frau, Verantwortung für die Schöpfung Gottes, die Erkenntnis der Kostbarkeit des Glaubens, die Freude an der Fülle des Lebens, der Gebrauch der Freiheit, das Befolgen der Gebote: In einer Ehe können all diese Gaben Gottes aufblühen.Mann und Frau können diese Gaben in Gemeinsamkeit und damit damit umso wirkkräftiger hegen und pflegen,wachsen und reifen lassen.
Aber auch Schmerz und Leid können in eine Ehe hineinbrechen. Ursache können die Sorgen des Alltags sein oder unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten der Eheleute. Und auch von außen kann Not und Kummer an das Ehepaar herandringen.
Dann sollen Ehemann und Ehefrau Gott um die Gabe der Geduld bitten und miteinander sprechen, einander verstehen, auch verzeihen und sich versöhnen. Und sie sollen einander stärken und dann gemeinsam aufbrechen, gemeinsam weiterwandern auf ihrem Lebensweg.
Ich wünsche unserem Brautpaar Gottes Segen und Liebe und Treue für das ganze Leben. Amen.
Vorschläge für Lesungen
1 Korinther 13, 1-10
Römer 4, 1 - 8
Psalm 19
Psalm 37, 1 – 9
Zum vorherigen Abschnitt: Anlage zum Ehevorbereitungsprotokoll bei der katholisch-islamischen Ehe
Zum nächsten Abschnitt: II.Vatikanisches Konzil und Vatikanische Dokumente: Katholische Kirche und nichtchristliche Religionen
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Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung beim Erzbischöflichen Generalvikariat Köln, Hauptabteilung Seelsorge als Herausgeber der Schrift "Katholisch-islamische Ehen. Eine Handreichung. 3. überarb. Aufl. 2006."
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