Islam: Glaube und Leben

Der Islam ist im 7. Jahrhundert n. Chr. von dem erfolgreichen Kaufmann und dann "Aussteiger" Mohammed (570-632 n. Chr.) in Mekka, im heutigen Saudi-Arabien, verkündet worden und von dort aus zu einer Weltreligion erwachsen.
Im Zentrum des Islams steht das Bekenntnis des einen und einzigen Gottes, des Schöpfers und Richters der Menschen. An ihn allein zu glauben, rief Mohammed, den der Islam einen Propheten nennt, seine Landsleute auf, deren große Menge viele Götter verehrte. Der islamischen Überlieferung nach wurde er im Alter von etwa 40 Jahren zum Propheten berufen und zum Überbringer von Gottes Wort bestimmt. Die Botschaften, die er von da an den Menschen verkündete, seien ihm unmittelbar von Gott offenbart worden. Sie bilden die heilige Schrift der Muslime, den Koran (deutsch: die Rezitation oder das zu Rezitierende, das Vorlesen oder das Lesebuch), nach islamischem Verständnis eben nicht Mohammeds, sondern Gottes Wort.
In christlicher Sicht ist der Islam eine nachchristliche Religion. Der Islam aber versteht sich als Schlusspunkt einer historischen Linie, die vom ersten Menschenpaar über Judentum und Christentum bis zu ihm führe. Nicht eine neue Religion sei er, sondern Vervollkommnung und Abschluss der vorhergehenden Offenbarungsreligionen. Schon die ersten Menschen hätten an Gott geglaubt und seien Muslime gewesen.
Islam bedeutet Hingabe an Gott und Frieden in Gott; Muslim ist, wer sich Gott und seinem Willen hingibt. Weil die Menschen vom Glauben an Gott immer wieder abgewichen seien, habe Gott ihnen immer wieder seine Propheten mit seinem Wort gesandt. So seien alle Propheten
der jüdisch-christlichen Geschichte Gesandte Gottes, ihre Verkündigungen göttliche Botschaften.
Nach dem Verständnis des Islams gehören in die Geschichte der göttlichen Offenbarungen auch Jesus und das Evangelium hinein. Den Abschluss und die Vollendung dieser Geschichte bilde aber Mohammeds Verkündigung des Korans. Deshalb wird Mohammed als das Siegel der Propheten betrachtet.
Nach dem Koran ist die zweite verbindliche Quelle des Islams die Sunna, der Weg des Propheten. Das sind Texte, die nach islamischer Anschauung sittlich und religiös vorbildliche Aussagen und Taten Mohammeds wiedergeben.
Zur religiösen Überzeugung der Muslime zählt neben dem Glauben an Gott, die Propheten und geoffenbarten Bücher der Glaube an die Engel, den Jüngsten Tag, die Auferstehung und die Vorherbestimmung.
Die Glaubenspraxis der Muslime ruht auf fünf religiösen Grundpflichten, den sogenannten fünf Säulen des Islams.
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Fünf Säulen des
Islams:
Das Bekennen des islamischen
Glaubens (arabisch: shahada): "Ich bezeuge, dass es keinen
Gott gibt außer Gott; und
Mohammed ist der Gesandte Gottes."
Das Gebet (salat),
das in arabischer Sprache nach genauen
Vorschriften und mit festgelegten Texten im Anschluss an rituelle
Waschungen fünfmal täglich zu bestimmten Zeiten zu
verrichten ist.
Die Armensteuer (zakat),
eine jährliche Abgabe für religiöse
und soziale Zwecke. Das Fasten (saum) im islamischen Monat Ramadan
zwischen
Sonnenaufgang und -untergang.
Das Fasten (saum)
im islamischen Monat Ramadan zwischen Sonnenaufgang
und -untergang.
Die Pilgerfahrt (hadj)
nach Mekka einmal im Leben, wenn man gesundheitlich und finanziell dazu
in der Lage ist.
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Diese Grundpflichten prägen das religiöse Leben der Muslime, das daneben noch von weiteren, aus Koran oder Sunna begründeten Vorschriften auch rechtlicher Art, Regeln, Geboten und Verboten für das religiöse und soziale Verhalten bestimmt wird. Das Verbot des Genusses von Alkohol und Schweinefleisch sowie das Gebot, nur rituell geschächtetes Fleisch zu verzehren, zählen hierzu.
Im Bemühen, das islamischen Recht, die Scharia, auszuformen, nämlich die gesetzlichen Aussagen des Korans zu gliedern, zu vergegenständlichen und auf die Gegenwart zu beziehen, haben sich im Lauf der islamischen Geschichte theologische Rechtsschulen gebildet, von denen vier Schulen bis heute Geltung genießen. Ihre Unterschiede zeigen sie im Zulassen oder Ablehnen von Wurzeln und Wegen der Rechtsfindung. Daneben hat auch die islamische Gruppe der Schiiten juristische Maßgaben entwickelt.
Neben den von Koran und Sunna erlassenen Verhaltensnormen prägen je nach Volksgruppe traditionellkulturelle Gepflogenheiten den Alltag vieler Muslime. Denn der Islam umfasst keine in sich geschlossene, einheitliche Gruppe von Gläubigen. Die nämlich unterscheiden sich voneinander selbstverständlich in Herkunft und sozialem Stand, Bildung und Glaubensleben – auch in der Bundesrepublik. Hier haben sich etwa 15% der Muslime in Vereinen und Verbänden organisiert, die in ihrer religiöspolitischen Auffassung teilweise voneinander abweichen.
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Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung beim Erzbischöflichen Generalvikariat Köln, Hauptabteilung Seelsorge als Herausgeber der Schrift "Katholisch-islamische Ehen. Eine Handreichung. 3. überarb. Aufl. 2006."
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