Christen und Muslime: Gemeinsam im Krisenmanagement engagieren

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 Jean Louis Kardinal Tauran
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Religionsführer haben nach Ansicht eines vatikanisch-islamischen Gipfeltreffens eine besondere Verpflichtung zum Krisenmanagement. Gerade in schwierigen Situationen müssten sie zur Entschärfung von Konflikten beitragen und ein Abgleiten in konfessionelle Gewalt zu verhindern suchen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch. Drei Tage lang hatte der vatikanische Dialograt unter Leitung von Kardinal Jean-Louis Tauran mit der im libyschen Tripolis ansässigen World Islamic Call Society unter Mohamed Fathalla Ziadi über das Thema „Verantwortung religiöser Führer besonders in Krisenzeiten“ beraten. Papst Benedikt XVI. begrüßte und ermutigte die Konferenzteilnehmer bei einer kurzen Begegnung zum Abschluss. Das Krisenmanagement setze bei den Religionsführern Respekt und besondere Kenntnisse über andere Glaubensgemeinschaften voraus, heißt es in der Schlusserklärung. Neben ihren religiösen Aufgaben in Lehre und Praxis ihrer Religion müssten sie eine besondere soziale und kulturelle Rolle bei der Verbreitung ethischer Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Frieden und Schutz der Benachteiligten wahrnehmen. Besonderes Augenmerk sollten sie darauf richten, dass Jugendliche nicht Opfer von religiösem Fanatismus oder Radikalismus werden. Stattdessen sollten sie ihnen helfen, „Brückenbauer und Friedensstifter zu sein“. Das Treffen des Vatikan-Rats mit der Call Society geht auf die christlich-muslimische Konferenz von 1976 in Tripolis zurück. Seit 1989 finden die Konferenzen regelmäßig statt; die nächste ist für 2010 in der libyschen Hauptstadt geplant.

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