Christen und Muslime warnen vor ausgrenzender Säkularisierung

Brüssel (KNA) Christliche und muslimische Religionsvertreter haben vor Marginalisierungstendenzen von Religion in Europa gewarnt. In manchen Ländern gebe es Bewegungen, das Religiöse ins Private zu verdrängen und jede Art öffentlicher Glaubensbekundung zu unterbinden, beklagten die 45 Vertreter am Donnerstag zum Abschluss einer dreitägigen christlich-muslimischen Europa-Konferenz im belgischen Mechelen. „Wir lehnen feindliche Formen des Säkularismus ab, die keinen Raum für religiösen Glauben und Praxis lassen“, heißt es in der Abschlusserklärung. Überall in Europa müssten Christen, Muslime und anderen Religionsangehörige ihre religiösen Symbole öffentlich tragen und religiöse Feste feiern dürfen. Durch die fortschreitende Migration durchlaufe Europa einen tiefen Wandlungsprozess, stellen die Religionsvertreter fest. Daraus entstehe ein neues Europa als plurale Gesellschaft, in der Menschen verschiedenster Herkunft, religiöser Anschauung und kultureller Vorlieben lebten. Christen und Muslime seien Verfechter der Integration, wenn diese nicht Verdrängung der religiösen Identität bedeute. Die am Donnerstag zu Ende gegangene christlich-muslimische Europa-Konferenz mit Religionsvertretern aus 16 Ländern ist die zweite ihrer Art. Sie wurde gemeinsam vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) organisiert und war Teil des Rahmenprogramms des Europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs. Die Teilnehmer einigten sich auf ein Folgetreffen in zwei Jahren.

Auf unserer Hauptseite finden Sie weitere Informationen zu den Themen interreligiöser Dialog und christlich islamischer Dialog.