Al Kaida kritisiert Papst

(KNA) Vatikanvertreter haben zurückhaltend auf ein neues Al-Kaida-Video mit Vorwürfen gegen Papst Benedikt XVI. reagiert. Kritik aus dem Terror-Netzwerk gegen den Vatikan sei nichts Neues; es habe sie auch nach dem „Regensburger Vortrag“ des Papstes vom September 2006 gegeben, hieß es in römischen Kirchenkreisen. Die jetzige Kritik von Aiman el Zawahiri, der „Nummer Zwei“ von Al Kaida, richte sich in erster Linie gegen liberale islamische Kräfte, etwa das saudische Königshaus. König Abdullah hatte den Papst im November im Vatikan besucht. Unter anderem dies kreidet ihm Zawahiri mit den Worten an, der Papst habe den Islam beleidigt. Der Dialog des Vatikan mit führenden Muslimen wie dem König von Saudi-Arabien, aber auch der Brief von 138 muslimischen Intellektuellen an den Papst, sei eine Tatsache und werde offensichtlich in der islamischen Welt registriert, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montagabend vor Journalisten. Diese Dialog- und Friedensbereitschaft finde offenbar wachsende Resonanz in der islamischen Welt und irritiere Personen und Gruppen, die diesen Dialog nicht wünschen. Der Präsident des Päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, sagte der Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Dienstag), der Papst habe nach den Verstimmungen um den Regensburger Vortrag klargestellt, dass es ihm keinesfalls um eine Beleidigung des Islam ging. „Diese Klarstellung hat die islamische Welt, mit der wir im Kontakt stehen, akzeptiert.“ Keiner seiner Gesprächspartner in den vergangenen Monaten habe ihm gegenüber jene Ansprache nochmals als Angriff bezeichnet. Der Brief der 138 Muslim-Vertreter an den Papst sei ein „ermutigendes Zeichen“ gewesen, so Tauran. Italienische Medien spekulierten am Dienstag über die Bedeutung der El- Kaida-Botschaft für die Sicherheitslage in Italien. Rund um den Vatikan gibt es Augenzeugen zufolge keine verschärften Sicherheitsvorkehrungen. (KNA - 14967)

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