Stoiber: Kirchen sollen dem Islam offensiver gegenübertreten

KNA 18.05.2012
München (KNA) Edmund Stoiber (CSU) hat ein selbstbewussteres Auftreten der Kirchen gegenüber anderen Religionen in Deutschland gefordert. Vor allem mit Blick auf den Islam sollten sie Gemein-samkeiten und Unterschiede benennen, so der frühere bayerische Ministerpräsident am Donnerstag bei „Focus online“.
Die katholische Kirche etwa zeichne „Weltoffenheit und Vertrauen in die Zukunft aus, nicht der Blick zurück“, betonte Stoiber. Sie sei bereit, gesellschaftlichen Wandel zu akzeptieren, auch wenn sie ihn nicht immer gutheiße. „Das kann man ruhig offensiv vertreten“, so der ehemalige CSU-Chef. Zu-gleich äußerte er die Erwartung, „dass die Gläubigkeit der Muslime auch ein Stück mehr Gläubigkeit bei uns auslöst“.
Im Weltmaßstab sei Europa mittlerweile ein Missionsgebiet, sagte Stoiber. „Dass Geistliche aus Sambia oder Indien zu uns kommen, ist nicht mehr ungewöhnlich.“ Wo die Stärken der katholischen Kirche lägen, zeigten die jüngsten Papstbesuche in Mexiko und Kuba. Dort hätten 1,6 Millionen Men-schen Anstrengungen auf sich genommen, um das Kirchenoberhaupt zu sehen. Auch in Brasilien und Asien lebten die Menschen „ihren Glauben noch mit Inbrunst“. Die Kirche wachse in diesen Re-gionen stark, während sie in Europa schwächer werde.
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