Afrikaexperte: Junge Kopten wollen Ägypten verlassen

KNA 30.05.2012
München (KNA) Nach den Präsidentenwahlen in Ägypten wollen viele junge Kopten ihr Land verlas-sen. Sie sähen dort keine Zukunft, sagte der Afrikareferent der Gesellschaft für Bedrohte Völker (GfbV), Ulrich Delius, am Mittwoch dem „Münchner Kirchenradio“. Es sei „nicht sehr verlockend für viele Kopten“, dass entweder ein Muslimbruder oder ein Vertreter des alten Regimes Präsident wer-de. Die Mehrheit der Christen sei zwar für Ahmed Schafik, den letzten Ministerpräsidenten des Mubarak-Regimes. Kaum Rückhalt bei den Kopten findet dagegen der gemäßigte Islamist Moham-med Mursi.
Dennoch warnte Delius davor, die Kopten als eine homogene Gruppe zu sehen. Es gebe sehr große Pluralität in den politischen Auffassungen, abhängig vom sozialen Status. Ein einflussreicher Ge-schäftsmann wähle anders als ein Müllsammler.
(KNA - lmkpnk-bd-1358.58ni-1)

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