Erdogan nimmt Äußerung zur „einzigen Religion“ zurück

KNA 09.05.2012
Istanbul (KNA) Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine umstrittenen Äußerungen zur „einzigen Religion“ als vom Staat zu schützendes Gut zurückgenommen. Er habe sich versprochen, teilte Erdogan am Mittwoch per Twitter mit; ähnlich hatte er sich bereits am Dienstagabend geäußert. Er habe in seiner Rede am vergangenen Wochenende vom hohen Gut des „einzigen Vaterlandes“ sprechen wollen, aber „die einzige Religion“ gesagt, erklärte Erdogan. Der Versprecher sollte nicht falsch ausgelegt werden.
Nach Erdogans Rede hatten sich Vertreter der Opposition und der griechisch-orthodoxen Christen besorgt darüber geäußert, dass der Regierungschef der zu 99 Prozent muslimischen, aber säkular verfassten Türkei die Religion als staatlichen Wert definierte. Gegner des als frommen Muslim bekannten Premiers werfen Erdogan vor, er wolle aus der Türkei einen islamischen Gottesstaat machen. In der Rede hatte sich Erdogan aber auch gegen religiöse Intoleranz und „religiösen Nationalismus“ gewandt.
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