„Koran-Aktion wendet sich gegen deutsche Rechtskultur“

KNA 17.04.2012
Berlin (KNA) Die Koran-Verteilaktion der radikalislamischen Salafisten zielt nach Einschätzung der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) auf eine Überwindung der Rechtskultur in Deutschland. Das Verteilen sollte zwar rechtlich nicht unterbunden werden, da es Ausdruck der positiven Religionsfreiheit sei, erklärte die EZW am Dienstag in Berlin. Allerdings sollte jeder Empfänger darüber aufgeklärt werden, wer hinter der Aktion stecke.
Nach Ansicht der EZW handelt es sich um Kreise, „deren Ideologie demokratie- und menschenrechtsfeindlich ausgerichtet ist, die die Welt in Gut und Böse, in Gläubige und Ungläubige einteilen“. Wer das fundamentalistische Islamverständnis nicht teile, werde als „Kafir“ (Ungläubiger) beschimpft. Dialog und Integration lehnten die Salafisten ab. Staat und Gesellschaft sollten nach ihrer Ansicht mit einer rückwärtsgewandten Koranauslegung nach islamischen Normen radikal umgestaltet werden.
Vereine wie „Die wahre Religion“ oder „Einladung zum Paradies“ stünden „mit Recht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“, so die EZW Sie negierten die grundlegenden Werte und Freiheitsrechte des säkularen Rechtsstaates und schadeten der großen Mehrheit der Muslime. Nicht nur der Staat, auch die zivilgesellschaftlichen Organisationen, die muslimischen Verbände und die christlichen Kirchen müssten ihre Verantwortung erkennen und den Missbrauch der Religion durch Aufklärung überwinden helfen.
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