Schünemann will Präventionsbündnis gegen Salafismus

KNA 04.04.2012
Frankfurt (KNA) Mehr Vorbeugung im Kampf gegen den radikalislamischen Salafismus hat Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gefordert. Die salafistische Gefahr sei keineswegs nur ein Fall für Polizei und Verfassungsschutz, sondern fordere das gesamte Integrationsinstrumentarium von Staat und Gesellschaft, schreibt er in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch). Es komme darauf an, Radikalisierungsprozesse so früh wie möglich zu unterbrechen „oder erst gar nicht zuzulassen“. Wenn sich ein junger Islamist zum Terrortraining in die pakistanisch-afghanische Grenzregion begebe, sei es dafür schon zu spät.
Wer die Idee von präventiven Sicherheitspartnerschaften zwischen Behörden und Muslimen überdies als Bespitzelungs- und Verdächtigungsabsicht des Staates diskreditiere, erweise den hier lebenden Muslimen einen Bärendienst, so der CDU-Politiker. Beide Seiten müssten gemeinsam einer Spaltung der Gesellschaft durch den radikalen Islam und das wachsende Misstrauen der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Muslimen entgegenwirken. Der Fall des Attentäters von Toulouse, der einen salafistischen Hintergrund hatte, zeige, welches Gefährdungspotenzial der Salafismus für die europäischen Gesellschaften darstelle.
Die islamistische Bewegung, die sich am vermeintlichen Vorbild eines „Urislam“ des 7. Jahrhundert ausrichtet, breite sich mit politisch-missionarischen Zielen weiter aus. Zwar seien nur wenige Salafisten offen gewalttätig, doch „nahezu alle islamistischen Terroristen westlicher Herkunft wurden durch salafistisches Gedankengut geprägt“, so Schünemann. Vor allem sinnsuchende Jugendliche zögen die Salafisten mit ihrer starken, jung und dynamisch wirkenden Internetpräsenz an.
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